10 aus 77 plus Superzahl

Wir richten noch einmal den Blick zurück auf das vergangene Autojahr. Aus den 77 Neuheiten und Facelifts, die 2010 in die Verkaufsräume rollten, wählten wir unsere Top 10 plus Superzahl. Aus den unterschiedlichsten Fahrzeugklassen und Kategorien die Besten Newcomer zu selektieren, ist wie Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Wir haben dennoch versucht die Kandidaten zu benennen, die uns 2010 am meisten beeindruckt, überrascht oder schlicht begeistert haben.

Wir geben zu: auch Stil und Coolness spielten eine Rolle. Den größten Applaus gab es aber für außergewöhnliche Innovation, überzeugende Lösungen im Detail, betretenes Neuland und mutige Konzepte oder schlicht besonders gelungenes Design. Am Schluß blieben weit mehr als 11 übrig, trotzdem: hier sind unsere 10 Gewinner des Jahres. Ohne Ranking, einfach in alphabetischer Reihenfolge.

Nun, einen Überflieger muß es geben: das die Superzahl. Wenn Du nur einen auf die einsame Insel mitnehmen darfst, welchen würdest Du nehmen ? Da waren wir uns ausnahmsweise mal alle einig. Die einsame Insel sollte allerdings über eine kleine Rennstrecke und Rohöl-Vorkommen verfügen, Strand und Cocktails sind uns dann nicht so wichtig !
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1 // Alfa Romeo Giulietta

Alfa Romeo Giulietta


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Bella machina !! Unser Kompakter des Jahres. Assoziiert eine der größten Alfa-Legenden. Brilliert mit Temperament und Drehmoment wie die glorreichen Urahnen aus den 60er und 70er Jahren. Und führe mich nicht in Versuchung: Speziellen Dank an die Alfa-Designer, das Blech nicht mit der Retro-Keule bearbeitet zu haben ! Top in Fahrwerk und Motoren, komfortabel und sportlich zugleich und dabei auch noch verblüffend gute Verbrauchswerte. Rechtzeitig zum 100. Firmenjubiläum findet Alfa endlich zurück zu alter Stärke und den Kernkompetenzen der Marke. Ein Auto zum Fahren: Schon die Einsteigerversion mit dem 120 PS starken 1,4 Liter Vierzylinder-Turbomotor überzeugt mit sportlichem Antritt, hoher Laufkultur und Drehfreude. Die bulligen Diesel mit mächtig Drehmoment erlauben schaltfaulen Tiefflug auf der Landstraße. Deutlich günstigere Preise als die Konkurrenz. Umfangreiche Sicherheitsausstattung. Start-Stop-Automatik serienmäßig bei allen Motoren bis auf die top of the line-Giulietta 1750 TBi.

Cool:  Ausgesprochen ergonomischer Innenraum und edle Materialien. 8C Competizione-Scheinwerfer.

Unsere Wahl: 2.0 JTDM 16V mit 170 PS.
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2 // Aston Martin Rapide

Aston Martin Rapide


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Sport Saloon des Jahres. Wir ahnen, warum James Bond auch nach über 40 Jahren noch Single ist. Das wird ihm ab jetzt aber noch schwerer gemacht. Aston Martin hat den passenden Untersatz für Bond´s Großfamilie im Angebot. Ganz großes Hollywood auch für die Kids von Bond auf den in den Vordersitzen integrierten 6,5-Zoll-LCD-Screens und der Bang-&-Olufsen-Musikanlage. Der Rapide ist super-elegant und schnell, aber ziemlich schwer. Technisch natürlich vom Allerfeinsten, 6 Liter V12 mit 477 PS und mächtig Drehmoment. Less is more: Wir mögen die puristische Ausstattung ohne verspielte Gadgets von Q und mit nur wenigen Assistenzsystemen. Schlicht einer der schönsten Viertürer der Welt.

Cool: die rahmenlosen Türen vorne und hinten, die beim Öffnen leicht nach oben schwingen. Vier Einzelsitze.

Unsere Wahl: Rapide mit den Wechselkennzeichen aus „Goldfinger“
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3 // BMW 5er Limousine / Touring

BMW 5er


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Bester Full-size des Jahres. Den bayrischen Mittelstürmer gibt´s seit 1972 und jetzt in siebter Generation. Um es kurz zu machen: Der neue 5er kann alles, ist komfortabel, fährt sich straff und sieht dabei auch noch rundum gut aus – Mission accomplished. Tadellos sind Qualitätseindruck und Verarbeitung, ein weiteres Plus ist der in dieser Klasse erfreulich moderate Verbrauch. Vier Benziner und vier Diesel stehen zur Wahl, bis auf den 2-Liter Vierzylinder Diesel vorerst ausschließlich mit Sechszylinderpower. In der Redaktion gibt´s ein Unentschieden zwischen Limo und Kombi, beide machen Spaß in allen Lebenslagen und haben ihren Reiz. Leider nur zwei Farben ohne Aufpreis: schwarz oder weiß. Erinnert uns ein wenig an den legendären Sager von Henry Ford über das T-Modell: „Sie können jede Farbe haben, vorausgesetzt sie ist schwarz !“

Cool: 8-Gang-Automatik für 530d und 535i, Head-Up-Display, Night-Vision und Allradlenkung.

Unsere Wahl: 3-Liter-Diesel mit 245PS, aber eigentlich warten wir auf den M5 !
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4 // Cadillac CTS Coupé

Cadillac CTS Coupé


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Bester Ami des Jahres. GM traut sich endlich wieder mit mutigen Konzepten aus dem Windschatten der deutschen Konkurrenz. Spätestens seit dem Auftritt des Viertürers in Matrix 3 ist der CTS schlicht Kult. Hinsichtlich Design echte Avantgarde und ein selbstbewusstes Statement ! Wie Mercedes CL Coupé-Türen ohne Fensterrahmen und B-Säule. Standardversion mit 310 PS starkem V6 wahlweise auch als Allrad oder besser gleich den „All you can eat“-CTS-V mit 6,2 Liter V8 und 556 PS aus der Corvette nehmen. Schönstes Heck des Jahres – just gorgeous ! Wir träumen in neuen Hemi-Sphären und bitten GM um weitere Zuckerln wie diese. Das Coupé mit Muscle Car-DNA hat das Zeug zum Klassiker, in Europa wird der kanckige CTS definitiv zum Eye-catcher.

Cool: Engine Block Heater zum Vorwärmen der Maschine ! Big Block.

Unsere Wahl: Understatement-CTS-V in unschuldigem White Diamond Tricote
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5 // Ferrari 458 Italia

Ferrari 458 Italia


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Bella Italia ! Supercar des Jahres und das Maß der Dinge. Ganz heißes Supermodel mit Idealmaßen: Endlich wieder ein Ferrari, der aus jedem Winkel wirklich klasse aussieht. Italienische Motorenbaukunst in Vollendung: der schöne Mittelmotor-V8 liegt unter Glas wie Schneewittchen im Sarg. Um die 570 Cavalli zum Leben zu erwecken, braucht es aber keinen Kuß. Na ja, wer´s trotzdem mal versuchen mag. Kompromisslose Fahrmaschine in Vollendung. Brachiale Fahrleistungen. 3,4 Sekunden von 0 auf 100. Für einen Ferrari überraschend bequem und geräumig. Im Kofferraum gibt´s sogar noch Platz für mehr als nur Zahnbürste und Reserverad.

Cool: Keramikbremsen, 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, Shift-Paddels.

Unsere Wahl: Autofreies Wochenende in Deutschland und einen 458 Italia mit Ausnahmegenehmigung.
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6 // Maserati GranCabrio

Maserati GranCabrio


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Schönstes Cabrio des Jahres und erstes Maserati-Cabrio in der Geschichte mit vier Sitzplätzen. Rund 20.000 Euro teurer als das Coupé. 4,7 Liter großer Ferrari-V8 mit 440 PS. 6-Gang-Automatik. Trotz der zwei Tonnen Leergewicht ziemlich forscher Antritt. Klassisches Stoffdach. Die eigentliche Dekadenz liegt darin, in einem Supercar mit Tempo 50 durch die Innenstadt zu cruisen. Ein großer Wurf von Altmeister Pininfarina, und purer Luxus frei nach dem Motto: Wenn schon denn schon.

Cool: maßgeschneidertes Taschenset. Der betörende Maserati-Sound ist jetzt endlich auch für die Insassen hörbar.

Unsere Wahl: Mit dem offenen GranCabrio unterwegs auf Schweizer Autobahnen mit Tunneln wie Löcher im Emmentaler Käse – ganz große Oper !
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7 // Mazda 5

Mazda 5


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Unser Japaner und zugleich auch Van des Jahres. Origami-Verwandlungskünstler und Eierlegende Wollmilchsau. Praktischer geht´s nicht. Platz für Sieben. Der perfekte Familientransporter verwandelt sich bei Bedarf in einen geräumigen Lieferwagen mit vollkommen ebener Ladefläche. Nach dem Facelift nun noch mehr Komfort im Innenraum und top Verarbeitungsqualität. Im Vergleich zum Vorgänger stark verbesserte Fahrdynamik und weniger Verbrauch. Ohne echte Schwächen und mit einfach großartigem Preis-Leistungs-Verhältnis. Wir assoziieren den Mazda 5 mit Schokolade: “Quadratisch. Praktisch. Gut.“

Cool: Schiebetüren hinten auf beiden Seiten, gegen Aufpreis elektrisch.

Unsere Wahl: 2-Liter-Common-Rail-Diesel mit 143 PS.
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8 // Mercedes SEC CL

Mercedes CL


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Bester GT und konsequentestes Facelift des Jahres. Platz ohne Ende, das pefekte Gefährt für den entspannten Wochenendtrip ans Mittelmeer. Wir träumen von in Weiß gekleideten Menschen, ebenso weißem Sand, fruchtigen Cocktails, Segelbooten und dem Coupé. Eleganz und Charakter gepaart mit kultivierter Dekadenz, für uns der aktuell lässigste Kandidat aus der Mercedes-Palette. Der brandneue 5 Liter V8 mit mehr Power und viel weniger Durst ist ein technologischer Meilenstein. Reduzierte Kotflügel-Verbreiterungen. Eigentlich schon jetzt ein Klassiker. Wie wir das kennen und lieben gibt´s das große Coupé traditionell nur mit 8 oder 12 Zylindern: CL 500, 600 und 63 AMG. Einziges Manko: CL klingt sehr nach C-Klasse und Mittelmaß, für uns bleibt das große Coupé weiterhin der SEC !

Cool: durchgehende Fensteröffnung dank Verzicht auf die B-Säule und die Türen ohne störenden Fensterrahmen. Holzlenkrad, Start-Stopp-Automatik, Nachtsicht-Assistent.

Unsere Wahl: den „less is more“ Basis-CL 500. Nix AMG und extra Trim, wir wollen einfach nur stilvoll Auto fahren.
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9 // VW Polo GTI

Volkswagen Polo GTI


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Kleinwagen des Jahres. Downsizing aus dem Lehrbuch. Der Polo GTI ist konzeptuell betrachtet eigentlich der bessere Golf GTI im Sinne des Vaters der Bewegung von 1976. Mit klassischen GTI-Tugenden: Toller Motor, exakte Lenkung, präzise abgestimmtes Fahrwerk. 6.9 Sekunden von 0 auf 100 km/h. 180 Turbo-PS auf 1240 kg verteilt bedeuten weniger als 7 Kilo pro PS und Gokart-ähnliches Fahrvergnügen bei gerade mal 5,9 Liter Normverbrauch. Die hyperaktive Rennsemmel überzeugt mit konsequent straffer Auslegung und beweist, dass es für richtigen Fahrspaß kein Supercar braucht. Hoffen wir mal, dass der Kleine Bruder vom Golf GTI nicht allzuschnell erwachsen wird.

Cool: Serienmäßiges 7-Gang-DSG-Getriebe ! Sitze mit 70er Karomuster. Rot lackierte Bremssattel. Doppelauspuff. Shift Paddles.

Unsere Wahl: mit dem Polo GTI zum Wörther See.
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10 // VW Touareg II

Volkswagen Touareg


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Unser SUV des Jahres. Auf den ersten Blick nur ein Facelift, steckt aber deutlich mehr Arbeit drin als von außen ersichtlich. Der deutschen Range Rover kommt top fit aus dem Studio und war auch gleich noch beim Schönheitschirurgen. Rund 200 Kilogramm weniger als der Vorgänger bringen eine deutlich verbesserte Fahrdynamik und einen merklich verringerten Spritverbrauch. Der Tuareg Zwei bringt zwar noch immer stattliche 2,3 Tonnen auf die Waage, die tollen VW-Promovideos mit dem Wolfsburger Wüstensohn beim Ritt durch die Dünen machen aber mächtig Appetit auf den verfeinerten Allradler. Platz in Hülle und Fülle, gediegener Innenraum.

Cool: Achtgang-Automatik mit Tiptronic, Start-Stopp-Automatik, Luftfederung, Automatische Niveauregulierung und die Hybrid-Version.

Unsere Wahl:  Politisch unkorrekt, aber als echte Alternative zum Range Rover nehmen wir natürlich den Achtzylinder TDI mit 340 PS. Eigentlich aber warten wir aber auf den spartanischen und kompromisslosen Race-Tuareg mit richtig Schmalz, den es endlich auch für uns zu kaufen gibt.
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SUPERZAHL // Porsche GT2 RS

Porsche 911GT2RS


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Der ultimative Über-911 und stärkste Serien-Porsche ever. Der Rennwagen mit Straßenzulassung und Überrollbügel verlangt einen gefestigten Charakter, sensiblen Gasfuß und ein absolutes Gehör. Leider nur in auf 500 Exemplare limitierter Auflage. Mit konsequentem Leichtbau bringt Porsche den 911 im Trainingsanzug runter auf rund 1.400 Kilo. Brachiale Fahrleistungen jenseits von gut und böse: 3,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h, 620 PS und 700 Nm – das reicht für 300 Sachen. Bestechend neutrale Abstimmung, unfassbar gute Bremsen. Letzlich taugt auch dieser Race-911er wie jeder andere Porsche problemlos zum Brötchen holen. Wir wünschen ihm dennoch möglichst viele Besitzer, die ihm eine artgerechte Haltung ermöglichen und ihn regelmäßig auf der Rennstrecke von der Leine lassen.

Cool: mattschwarz-lackierte Motorhaube und seitliche Lufteinlässe aus Carbon. Rekordverdächtige 2,21 Kilo je PS. Schwarzes Interieur kombiniert mit rotem Alcantara, Schalensitzen und rote Öffnerschlaufen an den Türen. Weißgold-lackierte Leichtmetallräder. Heißes  webspecial.

Unsere Wahl: Once in a lifetime.

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