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Mini Rocketman: Playmobil
Ist dieser Mini nur ein aufgebrezeltes Variete Girl, oder verbirgt sich hinter all dem Bling-Bling gar ein innovatives Kleinwagenkonzept?

BMWs “Lifestyle-Brand” Mini bringt ein verspieltes Concept Car mit auf die Automesse nach Genf. Den Namen für das kleine Playmobil borgte man sich von Elton John´s Pop-Balade “Rocket Man“. Offensichtlich eine gute Assoziation, denn die Designer durften analog zu den schrillen Outfits der britischen Popdiva mal wieder richtig in die Kiste greifen.

Mini will dem Genfer Messepublikum zeigen, wie ein Kleinwagen trotz des ziemlich eng gesteckten Corporate Design radikal neu gedacht werden kann. Das aeronautische “Space Age Design” erinnert sowohl von außen als auch im Innenraum ein wenig an die futuristischen Autostudien der 60er und 70er, allerdings mit weit weniger “space” und dreidimensional eingelaufen wie nach dem Vollwaschgang bei 90 Grad.

Die hippen Angel Eyes um die charakteristischen Scheinwerfer herum zitieren Elton John´s legendäre Nickelbrille und auch der stilisierte Union Jack oben auf dem Glasdach ist wie der Sänger ganz “Made in England“. Passend zum poppigen Outfit gibt es Instrumente im Flugzeug-Turbinen-Look und Sitzlehnen & Kopfstützen wie Mickey Mouse-Ohren.

Blue Eyes” in LED-Technik erhellen das Armaturenbrett und den fehlenden Kofferraum läßt die ausziehbare Snowboard-Halterung am Heck schnell vergessen. Die Boards stehen bei voller Fahrt dann allerdings wie “Candles In The Wind“, soweit aber erst mal ein nettes Gadget.

Endlich ein Mini, der mini ist

Anders als die früheren Retro-Derivate nimmt dieses Konzept den Markennamen erstmals beim Wort – der Rocketman ist kompakter als der bisherige Benjamin der Marke, der kleine Cooper. Fortan wäre der Rocketman wortwörtlich der mini-malste unter den sieben Mini-Zwergen in der Modellpalette.

Drei vollwertige Sitze brachten die Designer bequem im Innenraum unter, einen vierten Sitzplatz quetschte man noch hinter den Fahrersitz womit der Rocketman genaugenommen als 3+1 Sitzer beschrieben sein will.

Wie bei einem Concept Car üblich drängen auch beim Rocketman unkonventionelle Design-Features ins Rampenlicht, die bei einem aus der Studie hervorgehenden Production Car wohl ziemlich sicher draußen bleiben müssen. Schade, denn einige der gezeigten Playmobil-Features würden auch in der realen Welt recht gut ankommen.

Prima auch daß sich nach Toyota jetzt endlich auch die Deutschen – sorry: Briten – trauen, den wenigen Raum eines Kleinwagens neu zu ordnen und das Fahrzeug noch konsequenter vom individuell veranlagten Kunden her zu denken. Augenscheinlich will die Studie mehr sein als nur ein aufgebrezeltes Varieté-Girl und zeigt, wie praktische Wandlungsfähigkeit schon morgen im Auto-Alltag aussehen kann.

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Galerie: Mini Rocketman Concept

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Too much is not enough

Die extrem aufwendig konstruierten Türen schwenken über einen doppelt gelagerten Gelenkmechanismus besonders platzsparend auf – wohl um endlich die unwürdige Aussteige-Performance in engen Parklücken zu beenden. Kein hartes Training mehr um als Limbo-tanzender Schlangenmensch Virtuosität in dieser unpopulären Sportart zu Erlangen? Ein zweites Gelenk kurz hinter dem vorderen Türanschlag sorgt auch bei engem Öffnungswinkel für ausreichend Platz, ob das aber technisch ausgereift ist und im Alltag problemlos funktioniert ? In Genf kann man das ja schon mal eigenhändig ausprobieren.

Das smarte Türen-Origami verleiht dem Rocketman zumindest eine gewisse technische Eleganz und selbstbewußte Eigenständigkeit – ohne dabei zu einseitig auf “Look-at-me!”-Effekthascherei abzuzielen. Ab in die Ecke zum Schämen, ihr Autodesigner, die ihr Flügeltüren als das non-plus-ultra erachtet und denen solch ein Mechanismus nicht eingefallen ist  - und “Grow some funk of your own“!

Alles in allem zeigen sich an dieser Studie eine ganze Menge an frechen und frischen Ideen und der Versuch, vom visuell omnipräsenten Über-Ich des Neo-Mini weg zu kommen. Ein bischen kompliziert ist das alles schon, aber dafür sind Studien ja da, frei nach dem Motto “too much is not enough”.

Nun, die obligatorische World-Tour über die Bühnen der Automessen verschafft Medienpräsenz, vielleicht möchte uns die Lifestyle-Marke der BMW group aber auch einfach nur sagen: “I´m Still Standing“.

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Galerie: Mini Rocketman Concept (Interieur)

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