King of Cool

Porsche 911 S von Steve McQueen: King of Cool

Bereits ein halbes Jahr vor dem ultimativen D-Day rührt das Auktionshaus kräftig die Werbetrommel: Am 19. August versteigert das kanadische Auktionshaus RM Auctions in Monterey in Kalifornien neben zahlreichen anderen Blech-Pretiosen auch einen wunderschönen Porsche 911 S Baujahr 1970. Nun, von den alltagstauglichen Zuffenhausenern der ersten Serie gibt es eigentlich noch in größerer Zahl gepflegte Exemplare auf dem Gebrauchtwagen-Markt.

Das graue Coupé könnte sich dennoch auf der RM-Auktion als teuerster Serien-Ur-911er aller Zeiten in die Geschichtsbücher eintragen. Niemand anderes als der King of Cool persönlich, Steve McQueen alias Rennfahrer Michael Delaney pilotierte genau diesen Elfer durch die viereinhalbminütige Opening Sequence in der epischen Rennfahrer-Hommage „Le Mans“ von 1971. Der 911 S gefiel dem Schauspieler damals so gut, daß er ihn auch für private Fahrten am Set in Nordfrankreich benutzte und nach den Dreharbeiten seiner edlen Auto-Sammlung einverleibte.

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“I’m not sure whether I’m an actor who races or a racer who acts.” Steve Mc Queen, Filmschauspieler und Amateurrennfahrer (1930-1980)

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Porsche 911 S 2.2 Baujahr 1970 (Ex-Steve McQueen)
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Auch nach über 40 Jahren befindet sich dieser 911 S mit Topausstattung noch in außergewöhnlich gutem und vor allem originalen Zustand. Wie auf den Fotos ersichtlich, hat er offensichtlich auch nur 12.337 Meilen auf der Uhr. Am Heck trägt der Porsche noch das Kennzeichen „Le Mans“ mit Zulassung im Bundesstaat New Jersey. Die kommt wohl von Vorbesitzer und Porsche Sammler Frank Gallogly. Gallogly lehnt es natürlich in der Öffentlichkeit zu sagen, wieviel er seinerzeit selbst für den „Le Mans“-Porsche auf den Tisch geblättert hatte. Nur so viel: der Preis war näher dran am siebenstelligen als am sechsstelligen Bereich.

Wie sich das für den 911 S als damaliges Topmodell der Baureihe gehörte, so bekam auch dieser S die charakteristischen Fuchs-Leichtmetallfelgen und eine Klimaanlage. Der 2.2 Liter Sechszylinder leistet 180 PS und beschleunigte den Porsche in 8 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Mit einem Top Speed von 225 km/h war der 911 S damals übrigens das schnellste Serienauto aus deutscher Produktion.

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“Racing is life. Anything before or after is just waiting.” Steve Mc Queen, Filmschauspieler und Amateurrennfahrer (1930-1980)

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Steve McQueen in "Le Mans" 1971
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Sehr wahrscheinlich beschert dieser Porsche schon jetzt zahlreichen Sammlern wie Jerry Seinfeld oder Jay Leno schlaflose Nächte. Zum Schätzpreis des King of Cool-911 äußert sich das Auktionshaus bisher nicht, die großen Scheinchen zum Mitbieten im Sommer kann man aber trotzdem schon mal vorsortieren. Hilfreich dafür ist ein Blick zurück. Eine andere Auto-Ikone aus der Garage von Steve McQueen, ein 1963er Ferrari 250 GT Berlinetta Lusso, wechselte auf einer Christie´s-Auktion im Jahr 2007 für 2,3 Millionen Dollar (ca. 1,7 Mio Euro) den Besitzer.

Falls es nun nicht gerade der 911 S von Steve McQueen sein muß, kann man sich einen dieser ultra-coolen Ur-Elfer schon für vergleichsweise kleines Geld unter die Laterne stellen. Der 911 S 2.2 war 1970 für rund 28.000 DM zu haben und wird heute je nach Zustand zwischen 20.000 und 50.000 € gehandelt. Ein gut gefülltes Girokonto ist aber auch nach dem Kauf unabdingbar, die alte Vergaser-Maschine gönnt sich je nach Fahrweise bis zu 17 Liter auf hundert Kilometer.


PORSCHE 911 S 2.2 (1970) – EX-STEVE MCQUEEN