Kraftpaket

Elektro-Power im Taschenformat: Kraftpaket

“Kinderspielzeug” – so sollte man HPIs ferngesteuerte Automobilkreationen besser nicht nennen. Schon gar nicht den neuesten Elektro-Buggy Savage Flux HP. Performance auf dem Level ausgewachsener Supersportwagen – nur eben im Taschenformat.

Mit Spielzeug hat HPI nichts am Hut – selbst wenn der Firmenname “Hobby Products International” vielleicht anderes vermuten lässt. “H” und “P” wären wohl besser mit “High” und “Performance” beschrieben. Was HPI herstellt? Eine der leistungsstärksten ferngesteuerten Autos auf dem Markt.

Remote Control seit 25 Jahren

Angefangen hat alles 1986 in Californien, als Tatsuro Watanabe zusammen mit einem Geschäftspartner mit einer Investition von überschaubaren 200 Dollar die Firma HPI gründete. Von ihrem 28 Quadratmeter großen Büro verfolgten sie einen Traum: Die weltweit innovativsten und aufregendsten R/C-Cars zu bauen.

Kein einfaches Unterfangen, war der Markt für ferngesteuerte Autos doch längst fest in der Hand japanischer Branchengrößen wie Tamiya. Trotzdem ging der Plan auf – heute operiert die Firma aus einem großzügigen 4.200 m² Office in Foothill Ranch, Californien, und betreibt Niederlassungen in Japan, Taiwan, und England.

E-Power

Den aktuellen Leistungszenit im HPI-Portfolio stellt nicht etwa eines der vielen Benzin-getriebenen Modelle dar, sondern ein bulliger Elektro-Truck: Der Savage Flux HP. Strom statt Nitro, Öko statt CO2, Summ statt Knatter.

Pocket-Supersportler

Die Leistung des kleinen Racing-Trucks liegt – umgerechnet auf seine Größe – bereits jenseits jedes Fullsize-Supersportlers: Der knapp 3 kg leichte Offroader wird von einem knapp 3 PS starken Elektromotor angetrieben. Fast 1 PS pro kg. Nicht mal ein Bugatti Veyron schafft das.

Das Resultat: Auf ebenem Untergrund knackt der Savage Flux HP locker die 100-km/h-Marke. Und das sieht mehr als unwirklich aus.

Herzstück des kompakten Kraftpakets ist das auf Performance getrimmte Duo aus Elektromotor “Tork” und Steuergerät “Blur”. Diese Kombi erlaubt es dem 53 Zentimeter langen Offroader neben den herkömmlichen NiMH-Akkupacks auch Lithium-Polymer-Akkus zu verwenden, die deutlich mehr Energie durch den Motor jagen können. Doch selbst mit dem kleinsten – und damit zahmsten – 6-Zell-Akku wird der Savage Flux HP bei unvorsichtigem Umgang mit dem Gashebel zum Biest.

Robust – nicht unzerstörbar

Dank großzügig dimensionierter Radaufhängung und robustem Chassis endet beim Savage Flux HP nicht gleich jeder Crash im Hobbyraum. Bei Sprüngen und flotter Fahrweise im Gelände kann der E-Offroader sogar Unmengen an Prügel einstecken bevor das erste Fahrwerksteil Verschleißerscheinungen zeigt.

Am Ende des Geschwindigkeitsspektrums sollte man das Lenkrad jedoch nur mehr mit Bedacht anfassen. Eine allzu forsche Lenkbewegung kann in der 100-km/h-Zone schnell zur unfachgerechten und kostspieligen Demontage essentieller Fahrzeugkomponenten führen. Von den exponiertesten Fahrwerksteilen kann man sich ruhig schon mal als kleines Ersatzteillager anlegen.

Luxus Toy

Zum Preis von rund 800 Euro kommen beim Savage Flux HP noch Ladegerät und Akkus hinzu. Wer da zu den besonders leistungsstarken (aber auch teuren) LiPo-Akkus greift, nähert sich insgesamt schnell der 1000 Euro Marke.

Technische Daten des HPI Savage Flux HP

Länge: 53,3 cm
Breite: 42,7 cm
Höhe: 25,4 cm
Radstand: 34,5 cm
Motor: Tork 2200kv Brushless
Lieferumfang: Motor, Steuereinheit (ESC Blur), Fernsteuerung HPI TF-3, Servos, wird vollständig zusammengebaut geliefert
Preis: 800 Euro


Tags assigned to this article:
ElektromobilitätHPIModellbauRCSavageTesla

Related Articles

California Dreamin´

Für PS-Abenteurer ist Kalifornien das Paradies. Dazu gehören die Nationalparks in der Sierra Nevada, der legendäre Pacific Coast Highway, Los Angeles und San Francisco. Nebenbei zeigen wir Ihnen die bis dato streng geheim gehaltene Lieblingsteststrecke US-Amerikanischer Motorjournalisten. Eine Rundreise über 2.600 Kilometer.

Arabischer Frühling

Während sich die verwöhnte West-Jugend die Zeit mit Xbox, Shoppen oder Koma-Saufen vertreibt, driften sich junge Saudis in Mietwagen um Kopf um Kragen. Ist das nur jugendliche Rebellion oder gar eine neue Subkultur als Reaktion auf übermächtige Autorität und konservative Gesellschaftsordnung?

Detroit: Der lange Weg nach unten

Seit 60 Jahren geht es nach unten mit Detroit – und trotz aller Bemühungen, der Stadt wieder auf die Beine zu helfen, will bisher kein Plan so recht aufgehen.