Smartphone Apps für Autofahrer – Edition 2012

Von Tuning bis Radarwarner: Smartphone Apps für Autofahrer – Edition 2012

Dass man Smartphones wie Apples iPhone wunderbar als Navigationsgeräte verwenden kann, hat sich mittlerweile (zum Leidwesen viele Navi-Hersteller) herumgesprochen. iPhone & Co können Autofahrern (und -Bastlern) aber noch weitaus mehr Unterstützung leisten.

Im iTunes Store und Android Marktplatz (der jetzt Google Play heisst) finden sich eine Vielzahl von Programmen, die das Leben eines jeden Fahrzeughalters einfacher und komfortabler gestalten können. Die fünf unten aufgeführten Apps können wir ohne Vorbehalt empfehlen.

Wir sparen uns die ansonsten so gern verwendete Anmaßung in Superlativ-Form, es handle sich um “Die besten Top-Apps für Autofahrer” oder ähnliches. Kann gut sein, dass sich in den App-Stores noch die eine oder andere Perle verbirgt. Im Gegensatz zu den Autoren vieler Artikel mit ebensolchen Titeln haben wir die vorgestellten Programme aber zumindest ausprobiert – und teilweise schon seit Jahren im Einsatz.

Billiger Tanken

SPRIT SPAR

Preis (iOS): kostenlos

Stellvertretend für eine ganze Palette an Sprit-Spar-Apps sei hier das iPhone-Programm Sprit Spar genannt. Die meisten dieser Apps unterscheiden sich kaum in Funktionsumfang und Leistung – kein Wunder, greifen sie doch alle auf dieselbe Datenbank (in Österreich auf den Spritpreisrechner der E-Control) zu.

Kernfunktion dieser App ist es, die billigste Tankstelle in Ihrer Umgebung zu suchen. Die Ersparnisse, die man mit dem Einsatz derartiger Apps erzielen kann, sind erstaunlich – auch ohne grosse Umwege lassen so bei fast jedem Tankvorgang 5-10 Prozent der Benzinkosten sparen.

Auf Wunsch hilft die App auch gleich bei der Navigation zur jeweils günstigsten Tankstelle, oder sucht preiswerten Sprit im Umkreis einer beliebigen, eingegebenen Adresse.

Wer diese (oder eine vergleichbare) App nicht auf seinem Smartphone einsetzt, wirft Geld unnötig zum (Auto-)Fenster hinaus.

 

Fahrtenbuch

TANKPRO

Preis (iOS): 2,99 Euro

Das elektronische Fahrtenbuch TankPro hilft beim Überblick über die realen Fahrzeugkosten. Hier lassen sich die Benzinkosten, durchschnittlicher Treibstoffverbrauch und effektive Betriebskosten von mehreren Fahrzeugen ermitteln.

TankPro bietet dabei so gut wie jede nur denkbare Option: Beim Tanken lassen sich beispielsweise sogar eigene Treibstoff-Typen definieren, die anschließend korrekt in die Berechnungen einfließen.

Die Auswertung der Daten lässt ebenfalls kaum Wünsche offen. Die Kostenaufstellung erfolgt wahlweise pro Jahr oder pro Kilometer. Werkstattkosten, Versicherung und Steuern werden auf Wunsch ebenfalls berücksichtigt. Das Programm unterstützt alle gängigen Displanz- und Verbrauchseinheiten und ist damit auch in England und den USA einsetzbar.

Um die gesammelten Daten auch am Computer auswerten zu können, lassen sich die Datensätze vom iPhone exportieren.

 

AUTO-FINDER

ICARPARK

Preis (iOS): 0,79 Euro

Fremde Stadt, viel Verkehr, mit Hektik zum nächsten Termin – in Situationen wie diesen kann es schon mal passieren, dass man ganz vergißt, wo man sein Auto eigentlich geparkt hat. iCarPark stellt die wohl professionellste Variante dar, sein Auto zu verlieren – oder besser: es eben nicht zu tun!

Nachdem man sein Auto geparkt hat, startet man die App und tippt auf “Park Here”. iCarPark merkt sich darauf hin den Standort des Fahrzeuges und kann den Halter jederzeit wieder an diesen Punkt zurückführen. Bei der Routenführung zum eigenen Wagen nimmt das Programm auf Wunsch darauf Rücksicht, dass man selbst ja nicht mit einem Auto sondern zu Fuss unterwegs ist.

Besonders gut gefällt die Möglichkeit beim Abstellen des Fahrzeugs in einem Parkhaus oder einer Tiefgarage den genauen Standplatz des Wagens zu speichern. Das funktioniert per Eingabe-Maske nach Etage, Abteilung, Reihe und Platznummer. Alternativ kann man auch eine schriftliche Beschreibung des Standplatzes anfügen (z.B. “gleich beim Hauptausgang”).

Anders als viele sonstige Auto-Finder-Apps im iTunes Store kann iCarPark die Position von mehreren Fahrzeugen speichern. Bis zu 5 Autos lassen sich so abstellen und anschließend auch wiederfinden.

Nettes Extra: Um unliebsamen Überaschungen bei der Rückkehr zum Auto vorzubeugen, kann iCarPark beim Auslaufen des Parkscheins eine Warnung anzeigen.

 

HEAD-UP-DISPLAY

IHUDISPLAY OFFLINE

Preis: 1,59 Euro

Bislang sind Head Up Displays nur in gehobenen Mittel- und Oberklasse-Farhzeugen zu finden – selbst dort meist nicht serienmäßig. Die virtuellen Anzeigen, die über die Windschutzscheibe reflektiert werden, schweben scheinbar auf der Straße und sind dadurch immer im Blickfeld des Fahrers. iHUDisplay erzeugt ähnliche Funktionalität über das iPhone. Das Mobiltelefon wird dazu so auf dem Armaturenbrett platziert, dass der Bildschirm über die Windschutzscheibe reflektiert vom Fahrer gesehen werden kann. Das klappt in der Praxis mit fast jedem Fahrzeug. Da der Bildschirminhalt über die Windschutzscheibe spiegelverkehrt erscheint, kann iHUDisplay im Spiegelmodus betrieben werden (dadurch erscheint das erneut gespiegelte Bild wieder richtig herum).

Etwas schwieriger gestaltet sich jedoch die Befestigung des iPhones. Um ein Verrutschen des Handys in Kurven zu verhindern, bewährt sich ein kleines Stück doppelseitiges Klebeband.

iHUDisplay ist in zwei kostenpflichtigen und einer kostenlosen Version erhältlich. Die wohl interessanteste Variante ist iHUDisplay Offline: Im Gegensatz zu vielen ähnlich gestalteten Programmen ist hier keine laufende Internetverbindung nötig. Die Geschwindigkeitsinformationen sammelt das Programm vom GPS-Sensor sowie dem Beschleunigungssensor.

Die Anzeige der Geschwindigkeit erfolgt wahlweise in km/h, Knoten oder Meilen pro Stunde, die aktuelle Höhe ebenso angezeigt. Wahlweise lässt sich auch ein Geschwindigkeitswarner aktivieren.

Mit zum Funktionsumfang gehört auch ein (abschaltbarer) Radarwarner, der stationäre Blitzer in Europa aus der FoxyTag-Datenbank enthält.

 

RADAR-WARNER

Blitzer.de

Preis (iOS, Android, Windows Phone): kostenlos

Mit Hilfe der integrierten GPS-Funktion des iPhones zeigt Blitzer.de die Standorte von mehr als 47.000 stationären “Blitzern” in Deutschland, Österreich und der Schweiz an. Auf dem Display wird über die Entfernung zum nächsten Blitzer informiert – Blitzer.de gibt dabei auch Auskunft, ob es sich um einen Geschwindigkeits- oder Ampelblitzer handelt.

Nähert man sich einer Radaranlage warnt das Programm wahlweise durch Vibration, ein akustisches Signal oder nur durch eine Bildschirm-Animation. Wer sich einem Blitzer mit überhöhter Geschwindigkeit nähert, wird darüber mittels Warnton informiert.

Blitzer.de verwendet als Grundlage für seine Radarwarnungen die größte und aktuellste Datenbank für stationäre Radarfallen. Die Standorte kann man sich, auch ohne Blitzer.de, im Internet unter SCDB.info anzeigen lassen. Zusätzlich zur Datenbank kann jeder Blitzer.de-User selbst neue Radarfallen melden – mehr als 2000 Speedtraps und Verkehrskontrollen werden so jeden Tag gemeldet. Updates über neue Warnungen kommen automatisch alle 5 Minuten auf’s Handy.

Während des Betriebes von Blitzer.de sollte das iPhone über ein Auto-Ladekabel mit Strom versorgt werden, da die Akkulaufzeit aufgrund der ständig laufenden GPS- und Datenverbindung stark eingeschränkt ist. Vor einem Einsatz von Blitzer.de im Ausland sollte man unbedingt die Tarife für Auslandsdatenverbindungen des eigenen Mobilfunkvertrags überprüfen – das Programm benötigt zur Abfrage der Standortdaten eine aufrechte Datenverbindung. Das kann mit den oft hohen Kosten für Datenroaming im Ausland schnell ins Geld gehen.

 

TUNING-TOOL

DYNOLICIOUS

Preis: 10,49 Euro

Dynolicious verwandelt das iPhone in eine kleine Telemetrie-Box. Über den Beschleunigungssensor des iPhones misst Dynolicious die Beschleunigungszeit von 0 auf 100 km/h, Zeiten für die Viertel- und Achtelmeile, berechnet die effektive Motorleistung (aus Beschleunigung und Fahrzeuggewicht) und kann die beim Fahren auftretenden G-Kräfte dokumentieren.

Dynolicious verwaltet die Messdaten von mehreren Fahrzeugen und kann so die Auswirkungen von Tuning-Arbeiten am Wagen dokumentieren. Die App ist derzeit nur in englischer Sprache erhältlich, unterstützt neben den US-Einheiten (Meilen, Pfund, etc) aber auch die in Europa üblichen Geschwindigkeits-, Gewichts- und Längenmaße.

Damit ist es das ideale Werkzeug für jeden Hobby-Tuner. Die nötige “Street-Cred” verschafft Dynolicous indem es die ermittelten Daten auch gleich via Facebook und Twitter in den digitalen Äther posaunt.

Mit einem Preis von rund 10 Euro gehört es zwar bereits zu den teureren Programmen im iTunes Store, Telemetrie-Boxen mit vergleichbarem Funktionsumfang sind jedoch weitaus teurer.

 

DIAGNOSE-TOOL

DASHCOMMAND

Preis (Android): 30,15 Euro
Preis (iOS): 49,99 Euro

Wer dem Mechaniker bei der Erstdiagnose eines Fahrzeugproblems schon einmal über die Schulter gesehen hat, wird mit Sicherheit eines der berühmten Diagnose-Kästchen gesehen haben, die – angeschlossen an den Datenport des Autos – allerlei Informationen über den Zustand des Wagens ausspucken. Mit DashCommand können Sie sich diese Funktionalität auf Ihr Smartphone holen (die App ist sowohl für iPhone wie auch für Android-Geräte erhältlich).

Angesteckt am Auto-Diagnose-Port liefert DashCommand eine unmenge an Daten – auch während der Fahrt: Motordrehzahl, Daten zum Turbolader, aktuelles Drehmoment des Motors, durchschnittlicher und momentaner Treibstoffverbrauch, Tankfüllstand, Lufttemperatur am Einlasser, etc. Die Menge an Informationen kann sich fast schon mit der Telemetrie-Übertragung in einer Formel-1-Box messen.

Zusätzlich zum Kaufpreis der App müssen DashCommand-User noch ein sogenanntes OBD-II-Kabel. Das schlägt in der Regel mit rund 100 Euro zu Buche. Wer die Telemetriedaten seines Fahrzeugs während der Fahrt auslesen möchte, ist mit einem OBD-2-Bluetooth-Adapter noch besser beraten: Dadurch spart man sich das Verlegen eines Kabels (Preis ca. 160 Euro).

In Summe kostet DashCommand also zwischen 130 bis 200 Euro – ein Klacks im Vergleich professioneller OBD-2-Geräte, die im Übrigen auch nicht viel mehr können als diese App.

 



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