Reif für die Insel

Mit Alfa Romeos Giulietta ab nach Kroatien: Reif für die Insel

Der Frühling, also Mitte April bis Mitte Juni ist genau die richtige Zeit für einen spontanen Kurzurlaub  „al mare“,  oder noch besser „na moru“. Von Österreich aus führt der schnellste Weg an der Adria über Slowenien und Kroatien.  Eine entspannte Verkehrslage vorausgesetzt schafft man den rund 500 Kliometer langen Hüpfer an die kroatische Adria in fünf Stunden. Hier stehen bereits überall die Tische und Stühle vor den Cafés, in den Hotels und Restaurants wurde längst die neue Saison ausgerufen und nach einem ausgiebigen Sonnenbad trauen sich die Mutigen schon ins Meer.

Wer keine Lust hat sich danach gemeinsam mit tausend Anderen allabendlich durch die engen Gassen der malerischen aber überlaufenen Küstenorte Istriens zu schieben, für den gibt es die Kvarner Bucht. Das am Nordende der Bucht gelegene Rijeka ist mit 140.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Kroatiens. Die in die steilen Hänge gebaute Industrie- und Hafenstadt erinnert ein wenig an das italienische Genua und auch hier pulsiert das Leben entlang der majestätischen Hafenpromenade.

Wer Kroatien das letzte Mal in den 90ern besucht hat, staunt nicht schlecht. Während der Autobahnbau in Jugoslawien jahrzehntelang stagnierte, schafften die Kroaten innerhalb von nur einem Jahrzehnt knallharte Fakten. Heute hat das Land eines der am schnellsten wachsenden Autobahnnetze Europas, aus den 380 Autobahnkilometern im Jahr 1999 sind zehn Jahre später bereits 1.250 Kilometer geworden. Die sind zwar durchwegs mautpflichtig aber auch bis auf den letzten Kilometer top in Schuß, da können sich zum Beispiel die Italiener eine dicke Scheibe abschneiden. Kroatien hat massiv in seine Infrastruktur investiert, eine wichtige Voraussetzung um noch mehr Touristen ins Land zu locken.

Insel Cres, Kroatien

Von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet hat sich die Balkanrepublik mittlerweile ziemlich nah an die klassischen Touristenhochburgen Italien, Spanien und Griechenland herangepirscht und sich zu einem mehr als ernsthaften Mitbewerber am Mare Nostrum gemausert. Von „Geheimtip“ spricht schon lange keiner mehr.

Und nächstes Jahr wird ohnehin alles anders: Es gilt als abgemacht, dass Kroatien ab 01. Juli 2013 der 28. Mitgliedstaat der EU sein wird, die 4,3 Millionen Kroaten haben nicht nur beim Autobahnbau  ihre Hausaufgaben gemacht. Das Territorium der am 25. Juni 1991 ausgerufenen kroatischen Republik umfasst zwar weniger als ein Sechstel der Fläche Deutschlands, aber bei der Länge Ihrer Küsten spielen die Kroaten in der Champions-League: 6.176 Kilometer Küstenlinie, das ist in etwa so lange wie die Strecke von Frankfurt nach New York. Ideale Voraussetzungen für die Entwicklung von hochwertigem Tourismus finden sich allerorts und ziemlich offensichtlich ist dessen Aufgabe als nationale Wirtschaftslokomotive Nummer eins.

Auf den zweiten Blick sind die Zahlen etwas weniger eindrucksvoll als zunächst gedacht. Von den 1.244 kroatischen Inseln sind lediglich 47 bewohnt. Aber allein diese 47 Inseln bieten dem Reisendeneine enorme landschaftliche Vielfalt. Auf welche der vielen Inseln soll man fahren, wo ist es am schönsten?

 

Inselhüpfen – in Kroatien geht das ganz entspannt mit dem Auto

 

Zunächst gilt es ein passendes Fahrzeug  auszuwählen. Für einen Weekend-Trip nach Kroatien braucht man weder viel Platz noch ein extrem sportlich ausgelegtes Fahrzeug. Auf der Autofähre passt ein Kompakter immer noch irgendwo dazwischen und ein Diesel schont das Urlaubsbudget. Wir entscheiden uns für einen schwarzen Alfa Romeo Giulietta 2.0 JTDM 16V mit 140PS und dem Tourismo-Paket. Für rund 25.000 € All inclusive sind Nebelscheinwerfer, 16-Zoll Leichtmetallräder, Zweizonen-Klimaanlage, Audioanlage, Lederlenkrad, Tempomat und ein Multifunktionsdisplay mit an Bord. Der kompakte Alfa ist seit bald zwei Jahren auf dem Markt und verschaffte dem Turiner Autobauer dank deutlich gestiegenen Absatzzahlen nach langer Zeit wieder mal ein richtiges Erfolgserlebnis. In der hart umkämpften Kompaktklasse schlägt sich die Giulietta wacker und überzeugt die Kunden vor allem mit ordentlicher Ausstattung und gutem Design.

Alfa Romeo Giulietta 2.0 JTDM 16V, Cres, Kroatien

Echte Alfisti knirschten mit den Zähnen, als die Italiener beim neuen Golfrivalen den Namen der legendären Alfa-Ikone aus den 50ern wiederbelebten. Ist das jetzt kaltschnäuzige Leichenschändung oder doch eine adäquate Reminiszenz an das zum Mythos verklärte Original?

 

Alfa Romeo hat die Giulietta wieder belebt – ist das jetzt skrupelloser Imagetransfer oder adäquate Reminiszenz?

 

Wie schon beim Alfa Romeo 156 sind die Türgriffe der hinteren Türen in die C-Säule integriert, durch diesen Kniff wirkt der Viertürer weit mehr wie ein Coupé. Im Vergleich mit dem 147 ist die Giulietta deutlich gewachsen und nun sogar rund 15cm länger als ein VW Golf. Besonders gut proportinoiert ist das Heck mit den markant nach innen gezogenen Rückleuchten – der Alfa 156 lässt grüßen. Die Giulietta ist chic und elegant und vermittelt eine selbstbewusste Eigenständigkeit.

Alfa Romeo Giulietta 2.0 JTDM 16V, Cres, Kroatien

Galerie: Alfa Romeo Giulietta 2.0 JTDM 16V

Ein lästiges Problem, das nun schon Generationen von Alfa-Designern Alpträume verursacht ist das Kennzeichen. Egal wo man es platziert, es stört einfach überall. Bei der Giulietta ist das leider nicht anders, wenn auch die wohl zum Line-up beim anvisierten Relaunch der Marke 2013 in die USA gehört, wo dann gottlob lediglich hinten ein Kennzeichen montiert werden muß. Trotz des ungelösten Problems mit dem Kennzeichen ist den Alfa-Designern ein guter Wurf gelungen. Ganz anders als ein Golf, Astra oder Focus ist die Giulietta ein Eyecatcher. Der kompakte Alfa zeigt viel Liebe zum Detail und das Bemühen um gute Gestaltung.

Innen wirkt die Giulietta edel und solide und insgesamt wie ein ziemlich erwachsenes Auto. Gut gefällt mir der simple Schaltknauf aus Aluminium und das aufgeräumte Armaturenbrett.

Alfa Romeo Giulietta Interior

Galerie: Alfa Romeo Giulietta Interior

Ich finde, ein Alfa Romeo ist prinzipiell das richtige Auto für Sommer, Süden, Sonnenschein. Alfas kommen schon ab Werk mit eingebauter Lässigkeit und einem dicken Vorschuss an Bella Macchina. Also nichts wie rein ins Auto und rauf auf die Autobahn A2 in Richtung Süden. Bei Graz biegen wir ab auf die A9 in Richtung Süden und sind schon kurze Zeit später in Slowenien. Ab Maribor bieten sich in Richtung Rijeka zwei nahezu gleichwertige Alternativen. Die eine Route führt im großen Bogen über Zagreb, bis auf ein kurzes Stück von 15 Kilometern ist alles Autobahn. Die zweite Route führt über die slowenische A1 über Ljubljana, bei Postojna geht´s runter von der Autobahn und über die nächsten 40 Kilometer windet sich die wunderschöne aber meist dicht befahrene Landstrasse in zahlreichen Kehren durch den Südwesten Sloweniens hinunter bis zur kroatische Grenze.  Nach der Grenze beginnt wieder die kroatische Bretterpiste, von hier sind es aber nur noch wenige Kilometer bis runter zum Meer.

 

Lange Wartezeiten an der Grenze und Megastaus auf der 50° heißen Autobahn – überlassen Sie das Ihren Nachbarn während der Hauptsaison!

 

Rijeka ist in jedem Fall ein Abstecher wert, rund um den belebte Hafenmole nahe dem Stadtzentrum laden zahlreiche Straßencafés zum Verweilen ein. Eine gute Gelegenheit, um schon mal auf Urlaubsmodus umzuschalten.

KroatienNach dem auch diesseits der Adria obligatorischen doppelten Espresso entscheiden wir uns auf den Inselarchipel Cres-Losinj überzusetzen. Der kürzeste Weg führt von hier aus über die nahe gelegene Insel Krk, auf der man in den 70ern aus Platzmangel auf dem Festland den Flughafen von Rijeka errichtet hat. Um den Flughafen ordentlich an die Stadt anzubinden, wurden zwei gewaltige Stahlbeton-Bogenbrücken über die Meerenge gebaut, eine beachtliche Ingenieurleistung noch zu Zeiten des sozialistischen Jugoslawienes. Die Krk-Brücke kostet Maut, allerdings nur auf die Insel, die Rückfahrt ist kostenlos. Die Fahrt über die Brücke auf bis zu 67 Metern Höhe über dem dem Meeresspiegel ist jedenfalls ein Highlight, ganz besonders bei den hier üblichen und durchaus heftigen Seitenwinden.

Die rund 400 Quadratkilometer große Insel Krk ist selbst bereits ein lohnenswertes Reiseziel, an einigen Stellen grenzt der Trubel aber schon nah an den Massentourismus. Noch gibt es auch auf Krk zahlreiche unverbaute Buchten, die zum Teil nur über schmale Wanderwege erschlossen sind.  Noch ziemlich ursprünglich geht das Leben im 1300-Seelen-Nest Vrbnik seinen Lauf, wer Easy Going schätzt und authenthisches Inselleben sucht, ist hier richtig. Der auf einer Klippe gebaute Ort Vribnik erinnert ein wenig an ein Piratennest, traumhaft über der Hafenbucht gelegen offeriert das Restaurant Nada klassisch kroatische Küche und natürlich alle Arten von Meeresgetier sowie hauseigene Krk-Weine. Bitte unbedingt vorher reservieren, denn nur wenige Sitzplätze bieten das volle Panorama.

Wir fahren weiter bis ans Südwestende der Insel. Von hier verbinden zwei Autofähren in regelmässigen Abständen Krk mit Merag auf der Insel Cres. Die Fähren sind klein, aber ein Platz findet sich eigentlich immer. Ein bischen Zeit mitbringen und einfach in die Autoschlange am Ende der Straße einreihen, die Tickets gibts unten am Anleger.

 

auf der Fähre nach Cres

Galerie: Insel Cres

Von der Mole aus sieht man bereits deutlich die Silhoutte von Cres. Die Insel ist exakt gleich groß wie Krk aber schmal und langgestreckt. Die gebirgige und in weiten Teilen bewaldete Insel ist 66 Kilometer lang, zusammen mit ihrer nur durch einen schmalen Kanal getrennte Schwesterinsel Losinj im Süden sind es sogar 80 Kilometer. Krk und Cres sind die beiden größten kroatischen Inseln und die exponierte Lage von Cres und Losinj schon ziemlich weit draußen in der Adria garantiert ein besonders mildes Klima praktisch all year round.

 

Fast 80 Kilometer Panorama-Landstraße gerockt an einem Stück, den traumhaften Meer-Blick gibt´s gratis obendrauf.

 

Auf der Insel lebt eine der letzten europäischen Kolonien von Gänsegeiern, die größten Exemplare unter den eleganten Seglern bringen es auf eine Flügelspannweite von bis zu 2,7 m. Da die Geier weit entfernt vom Menschen in den steilen, bis zu 600 Meter hoch aus dem Meer aufragenden Kalksteinfelsen brüten und meist nur weit oben am Himmelzu sehen sind, können wir uns voll auf die phantastischen Landstrassen konzentrieren. Ein dickes Plus auf Cres ist der außerhalb der Hauptsaison spärliche Straßenverkehr. Rein rechnerisch leben hier knapp acht Einwohner auf jedem Quadratkilometer, ein paar Touristen kommen natürlich auch noch dazu.

Seit einigen Jahren ist die Inselhauptstrasse weitgehend gut ausgebaut, das war nötig um die immer öfteren Begegnungen von Reisebussen zu entschärfen. Die Straße war so eng, dass es in der regel eine ganze Weile dauerte, bis beide aneinander vorbeikamen. Vor zehn Jahren war die Hauptstrasse noch eine von Steinmauern begrenzte und sich zwischen kargen Äckern hindurchwindende Achterbahn. Ein Traum für Motorradfahrer, aber ein Alptraum für alle Mehrspurigen. Durch den schnell anwachsenden Tourismus nach dem Ende des jugoslawischen Bürgerkriges wurden die Inselbewohner teils recht unsanft aus dem Dronröschenschlaf gerissen und wollen sich bis heute noch nicht so recht an das steigende Tempo auf den Inselstrassen gewöhnen. Nun sind die Hauptstraßen also gut ausgebaut worden, noch immer aber gibt es hier allerorts Kurven bis zum Horizont.

Alfa Romeo Giulietta 2.0 JTDM 16V

140 Diesel-PS waren vor zehn Jahren eine Ansage in der Kompaktklasse, heute ist das im Anbetracht von allgemein gestiegenem Fahrzeuggewicht aber nur noch guter Durchschnitt. Mit dem elastischen 2-Liter Turbodiesel lässt sich die Giulietta lässig und schaltfaul bewegen. Wer die tollen Landstrassen-Kurven auf Cres aber richtig geniessen will, schaltet den D.N.A.-Regler auf „D“ wie Dynamic. Umgehend scharrt die Giulietta mit den Hufen, liegt deutlich straffer in den Kurven und der Turbodiesel reagiert noch spontaner auf die Beinarbeit. Im Sportmodus wird auch die neue Pre-Fill-Funktion aktiviert, die eine erhöhte Bremskraft durch einen höheren Druck in den Bremsleitungen zur Verfügung stellt. Durch reduzierte Lenkradservounterstützung bekommt man zudem ein direkteres Feedback von der Straße.

Wer es komfortabler und ruhiger mag, belässt den Regler auf Normal, da assistieren Fahrstabilitätskontrolle (VDC) und Lenkassistent (DST) diskret im Hintergrund.  Falls das Wetter trotz Sonnengarantie doch einmal umschlagen sollte, schaltet man den Regler auf „A“ wie „All Weather“. Dadurch wird die Traktionskontrolle straffer und die μ-Split-Toleranz bei unterschiedlicher Griffigkeit des Untergrunds erhöht. Der D.N.A.-Regler ist jedenfalls ein nettes Gadget und passt gut zu Alfa Romeo.

Straße auf Cres

Wer von Norden her kommend bis ganz zur Südspitze von Losinj hinunterbrettert, kommt zwangsläufig früher oder später in den berühmten „Flow“. Motorradfahrer wissen, wovon ich spreche. In Europa gibt es allerdings nur noch wenige Landstrassen, wo man ungetrübtes Landstrassen-Surfen mit dem Auto geniessen kann. Ich hoffe nicht, dass jetzt alle auf einmal da runter fahren, dann ist eines der letzten Traumstrassen-Refugien bald Geschichte. Als bekennender Offseason-Tourist kann ich Ihnen ohenhin nur raten, außerhalb der Hauptsaison die kroatische Doppelinsel zu besuchen.

Die Straßen auf Cres sind so gut, da könnte man glatt die vielen azurblauen Badebuchten um einen rum vergessen.

 

Aber auch abseits der gut ausgebauten Hauptstraßen machen Cres und Losinj viel Spass. Sehr schön ist der kuschelige Hauptort Cres mit seinem romantischen Fischerhafen. Wer einfach mal abhängen mag, setzt sich in eines der vielen Cafés am Hafen und schaut den Fischern zu. Noch ruhiger verläuft das Leben in Valun am anderen Ende der Bucht. Wunderschöne Badebuchten mit weißen Kieselstränden und schattigen Bäumen bis dicht an der Wasserlinie laden rund um den Ort zum erfrischen Bad in der schon Anfang Juni sengenden Mittagshitze ein, da lässt man das Auto nur zu gerne mal stehen. Auf Cres wächst übrigens auch die mit über 1000 Jahren älteste Eiche Europas. Auf der Insel standen mal über zwei Millionen Olivenbäume, heute sind es nur noch 200.000.

AB IN DEN SÜDEN

Die auf den ersten Blick recht kargen Inseln beeindrucken tatsächlich mit einer landschaftlichen Vielfalt, die man am besten zu Fuß erkundet. Eine tolle Idee – zumindest außerhalb der heißen Monate – ist es das Mountainbike mit ins Auto zu packen, die Kombination von zwei und vier Rädern ermöglicht einen nahezu perfekten Aktionsradius.

Bei Ozor führt eine schmale Brücke über den die beiden Inseln trennenden Kanal, den bereits die Römer vor 2000 Jahren gegraben haben, um die Seewege für kleine Schiffe zu verkürzen. Zuvor wurden die beiden Inseln nur als eine betrachtet. Losinj ist einen Paradies voller Blumen und Pinienhaine und zählt erwiesenermassen zu den sonnigsten Plätzen Europas. Auf Losinj dreht sich das Leben vor allem um den Hauptort Mali Losinj, der am südlichen Ende eines gut geschützen Naturhafens liegt.

Insel Losinj

Galerie: Insel Losinj

Die Insel ist hier ohnehin nur zwei Kilometer breit, ein Badebucht schöner als die andere laden rund um den Ort zum Verweilen ein. In Mali Losinj ist jedoch deutlich mehr los als auf dem Rest des Inselarchipels, das liegt vor allem daran, dass die Schnellkatamarane aus dem kroatischen Pula und Zadar, aber auch aus dem italienschen Pesaro täglich neue Besucher heranschippern. Mali Losinj hat eine gut ausgebaute touristische Infrastruktur, da ist in der Tat für jeden Geschmack etwas dabei. Praktisch auch, dass man Hotelzimmer in der Nebensaison hier nicht vorreservieren muß, das Angebot an Hotelbetten ist groß genug. Nach Losinj kommen die Gäste vorwiegend wegen der vielen Möglichkeiten zum Wassersport wie Schwimmen, Tauchen, Surfen und Segeln, manche aber auch einfach nur zum Faulenzen und Sonne tanken.

 

In der kroatischen Inselwelt macht ein Amphibienfahrzeug richtig Sinn, leider ist das bei der Autoindustrie schon vor langer Zeit irgendwo in der Schublade verschwunden!

 

Wir nächtigten im Hotel Aurora, einem mächtigen 400-Betten-Komplex noch aus Zeiten Jujoslawiens, der nach umfangreichen Umbaumaßnahmen längst nicht mehr an sozialistische Sommerfrische erinnert. Das Hotel hat eine eigene Badebucht und bietet auch sonst alle Annehmlichkeiten eines 4-Sterne-Tempels inklusive schöner Frühstücksterrasse mitten im Pinienwald.

Sehr empfehlenswert ist ein Tagesausflug auf der Losinj vorgelagerten Insel Ilovik. Von Losinj aus führt ein geteerter Eselspfad höchst spektakulär auf dem Gipfelgrat bis zum südlichen Ende der Insel, dann geht es in engen Serpentinen abwärts bis zum Bootsanleger. Findige Inselbewohner haben hier zwischen Ilovik und Losinj einen Motorboot-Shuttle-Service eingerichtet, für ein paar Euro setzt man in zehn Minuten über und findet ein Paradies im Dornröschenschlaf. Einen Tag mal ganz ohne Autos, es gibt wunderschöne Wanderwege und einsame Badebuchten. Im beschaulichen Hauptort warten einige direkt am Wasser gelegene Tavernen auf Kundschaft, verhungern muss man hier sicher nicht.

Ilovik

Galerie: Insel Ilovik

Für die Rückfahrt nehmen wir die alternative Fährverbindung von der Nordspitze von, die Porozina mit Brestova auf dem istrischen Festland verbindet. Von Brestova aus ist die Fahrt über die Küstenstrasse bis Rijeka ein spezielles Vergnügen. Zwar ist der Verkehr hier wesentlich dichter, die Ausblicke über die Bucht und zurück auf die Insel Cres aber sind spektakulär. Kurz vor Rijeka führt die Küstenstrasse oberhalb von Opatija vorbei, wir raten unbedingt zu einer Stipvisite des historischen aber noch immer ziemlich mondänen Seebades.

Mit seiner Fülle an Architektur im Stil des Historismus ist Opatija das bedeutendste Beispiel eines Seebades an der österreichischen Riviera zu Zeiten der Donaumonarchie. Nicht ganz ernst gemeint sprechen manche vom Monte Carlo des Ostens, der Ort hat aber durchaus ein eigenes Flair sowie Stil und Klasse. Trinken Sie einen Kaffee auf der Terrasse des 1884 eröffneten Luxus-Hotels Kvarner, dann verstehen Sie, was ich meine. Das ist genau der richtige Ort, um einen schönen Kurzurlaub an der Kvarner Bucht angemessen ausklingen zu lassen. Schon fünf Stunden später parkt die schwarze Giulietta wieder vor der Redaktion in Wien. Nun, wer es nicht ganz so genau nehmen will, für den liegt Österreich eigentlich auch heute noch am direkt Meer.

Giulietta



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