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Toyota Avensis im Test: Der Mann ohne Eigenschaften
Toyota Avensis Kombi im Test

Toyota versucht sich in der deutschesten aller Fahrzeugklassen: Der Toyota Avant Kombi soll dich gegen die teutonische Konkurrenz behaupten – nicht zu teuer, nicht zu billig, nicht zu groß, nicht zu klein, nicht zu hässlich, nicht zu schön, nicht zu langsam, nicht zu schnell schwimmt er im Mittelfeld automobiler Familienkutschen. Reicht das, um ihn zur ernsthaften Alternative für Kombinationskraftwagen Made in Germany zu machen?

“Sobald der Schwangerschaftstest positiv ausfällt, wird in Deutschland ein Kombi bestellt”,  so charakterisierte einst Thomas Albrecht von Citroen Deutschland den deutschen Automobilmarkt. Der Kombi ist nach wie vor das Fahrzeug der Wahl für alle, die Nachwuchs von A nach B befördern müssen. Die Auswahl deutscher Kombi-Fabrikate ist gewaltig: Fast jedes Limousinen- und Kompakt-Modell von VW, Audi, Skoda, BMW, Mercedes und Opel ist auch in Kombi-Form zu haben.

Genau in diesen Gewässern fischt Toyota mit dem Avensis Kombi.

Toyotas Allzweckwaffe im Kampf gegen die deutsche Vormachtstellung ist der Avensis. Als Kombi zu Preisen ab 25.953, 60 (Österreich) bzw. 22.700 (Deutschland) zu haben, spielt er im lukrativen Segment der (unteren) Mittelklasse. Unser Testwagen mit kleinstem Diesel (125 PS) brachte es aufgrund großzügiger Extra-Ausstattung allerdings auf rund 40.000 Euro – womit er bereits im Revier von Mercedes und Audi wildert.

Wieviel passt rein?

Zuerst wollen wir mal die vordringlichste Frage der meisten Kombi-Interessierten klären: Wieviel passt in den Avensis Kombi eigentlich rein? Wie die Grafik unten zeigt, liegt der Avensis da schon mal recht gut.

 

Soviel zu den den nackten Zahlen. In der Praxis gibt es in Sachen Raumangebot ebenfalls keinerlei Beanstandungen. Den Punkt “Ladekapazität” kann man auf der Checkliste also schon mal abhaken.

“OK” als Modellphilosophie

Der größte Kritikpunkt am Avensis ist eigentlich gar keiner: In absolut allen Belangen ist der Avensis gutes Mittelmaß. Die Verarbeitung des Interieurs ist ordentlich aber nicht luxuriös, die von uns getestete Motorvariante mit 125 PS ist völlig ausreichend und sogar überraschend leistungsfähig, und optisch gibt er sich je nach Blickwinkel unscheinbar bis dynamisch.

Die Lenkung wirkt etwas indirekt und das Fahrwerk empfindet sportliche Fahrweise offenbar als aversiven Reiz  - doch diese Fahrzeugaspekte dürften nur für die wenigsten Avensis-Fahrer eine Rolle spielen. Dass der Avensis kein Sportwagen ist, kann man ihm ja schwer vorhalten.

Galerie: Toyota Avensis Kombi (Interieur)

Warum nicht ein (hier beliebiges deutsches Modell einfügen)?

Genau diese Mittelmäßigkeit macht es dem Avensis schwer, sich gegen die Platzhirschen aus Deutschland durchzusetzen. Vor allem Skoda ist für den Avensis schwer zu knacken: In der Basis-Ausstattung wird der Avensis klar vom (fast genauso großen) Skoda Octavia überflügelt, am oberen Ende der Preisspanne ist er leichte Beute für den Skoda Superb Kombi.

Gesamtpaket

Aus dem Rennen ist der Avensis Kombi damit nicht. Wer Skoda aufgrund der doch etwas biederen Optik des Octavia ausschließt, ist beim Avensis hervorragend aufgehoben. Gerade im Innenraum kann der Avensis hier wirklich Punkte sammeln.

Ein echter Pluspunkt des Avensis ist – wie bereits erwähnt – die von uns gefahrene kleinste Dieselmotorisierung. Die 125 PS fühlen sich deutlich stärker an, als man es vom Datenblatt erwarten würde. Wer sich für einen Avensis entscheidet, sollte unbedingt zum 2-Liter-Selbstzünder greifen. Auch wenn die Leistungszahlen vielleicht gering scheinen: Nur mit diesem Motor macht der Avensis wirklich Sinn und kann sein Preis-Leistungs-Verhältnis rechtfertigen.

Fazit

In gewisser Weise erinnert der Toyota Avensis an Dale Shaw. Der sagt Ihnen nichts? Macht nichts, kaum jemand kennt ihn: Er konnte in der NASCAR-Saison von 1994 kein einziges Rennen gewinnen – und holte sich dennoch im selben Jahr den Meistertitel. Auch der Avensis brilliert in keinem Punkt – unter’m Strich ist der Mittelklasse-Kombi von Toyota trotzdem ein durchwegs empfehlenswertes Fahrzeug, das Kombi-Käufer als ernsthafte Alternative zu deutschen Fabrikaten ins Auge fassen sollten.

Fotocredit: Vanishing Point, Toyota (Innenraum-Fotos)
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