Ford Focus RS Mk I

Youngtimer der Woche: Ford Focus RS Mk I

Die meisten Menschen greifen in der Regel erst dann zu, wenn alle anderen auch schon einen haben. Wer sich besser auskennt, setzt den Trend: Vanishing Point stellt Ihnen in dieser Serie interessante Youngtimer vor, die großes Potential für zukünftige Wertsteigerungen in sich tragen.

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BMW Ford Focus Cover

Ford Focus RS Mk I

Baujahr: 2002 – 2003

Stückzahl:  4.501

 

Warum sie einen kaufen sollten: Nach acht Jahren Pause kümmerte sich Ford mit dem Focus RS endlich wieder um seine legendäre Performance-Ahnengalerie. Scharfe Ford sind seit Bodie und Doyle ja besonders in England gefragt, andererseits waren seit 1999 Fahrer wie Didier Auriol oder Colin Mc Rae mit einem aufgemotzten Focus in der World Rallye Championship unterwegs. Da lag es also nahe, die WRC-Rennsporterfolge nun in ganz Europa in bare Münze umzuwandeln.

Volle Konzentration auf den Inhalt, Optik war Nebensache

Der Focus RS sah der zivileren ST170-Sportversion zwar ähnlich, bei genauem Hinsehen fallen aber geänderte Stoßfänger und breitere Radhäuser ins Auge. Dass Ford beim ersten Focus RS noch darauf verzichtete, das Auto optisch auf renitente Rennsemmel zu trimmen, ist den Entscheidern hoch anzurechnen.  Sogar der Dachspoiler fügt sich da ganz harmonisch in die klassische Linie ein.

Sieht eigentlich aus wie ein gewöhnlicher Focus, tatsächlich veränderte oder ersetzte Ford beim RS aber fast 70% aller Teile

Der bewährte 2-Liter Vierzylinderreihenmotor wurde für den RS mit einem  Garrett-Lader samt Ladeluftkühler und einem automatischen Sperrdifferential vermählt, um die nun 215 PS über die Vorderachse möglichst verlustfrei auf die Straße zu bringen. Auch der Motor selbst wurde stark modifiziert, zum Beispiel mit geschmiedeten Aluminiumkolben und Natriumgefüllten Außlassventilen. Dazu spendierte Ford eine hochwertige Kupplung von AP Racing, das hauseigene und extrem kurz übersetzte manuelle MTX-75 Fünfgang-Getriebe sowie eine Edelstahl-Sportausanlage. Tickford Engineering hatte übrigens auch die Finger mit im Spiel, gebaut wurde der RS aber ausschließlich im deutschen Werk Saarlouis. Im RS-Trimm war der Zweiliter-Turbo-16V jedenfalls nicht mehr allzu weit von seinen scharfen WRC-Brüdern entfernt. Angeblich legte Ford damals sogar mehr als 6.000 Euro pro Auto oben drauf, so ambitioniert war der RS.

 

 

Leistungsgewicht von unter sechs Kilogramm pro PS

Mit 215 PS machte der RS die Konkurrenz jetzt nicht unbedingt nervös, aber beim Handling war dieses Auto auf absolutem Weltklasse-Niveau. Das niedrige Leistungsgewicht, ein genial abgestimmtes Sportfahrwerk und das exzellente Quaife-Sperrdifferential machten den RS zum fahraktivsten Fronttriebler seiner Zeit. Das Untersteuern haben die Ingenieure dem RS fast eigentlich vollständig abgewöhnt, Lastwechselreaktionen müssen schon extrem provoziert werden und die Kurvengeschwindigkeiten sind absolut Rennstreckentauglich.

Schon mit der direkten Servolenkung sind kleinere Drifts und das kontrollierte Ausbrechen des Hecks kein Problem. Mit der Handbremse schmeißt dann auch jeder Amateur den RS so gekonnt wie ein Profi um die Ecke.

Wie schon beim T-Modell gab´s auch den RS in genau einer Farbe

Sämtliche RS wurden in Racing Blue ausgeliefert, blaue Akzente setzten neben Ledersitzen, Lenkrad und Türpaneele auch diverse Schläuche im Motorraum. Ein spezielles RS-Gadget ist der giftgrüne Engine Start Button in der Mittelkonsole. Außerdem war da auch noch die jeweilige Seriennummer verewigt.

Im Gegensatz zur Serie 2 ist der erste RS zwar auch ein sehr schnelles und präzises Sportgerät, aber kein drehzahlgeiles Nervenbündel. Zweitens kommt er ohne Möchtegern-Soundkulisse und peinliche Spoilerorgie aus. Ein echtes drivers car, macht enorm Spaß, ist unkompliziert und kostet nicht die Welt. Dass die Preise noch steigen, ist logisch: Vom Ferrari Testarossa wurden beispielsweise fast doppelt so viel Exemplare gebaut!

 

 

Was einer kostet:  

Neupreis 2002 (Ford Focus RS): 30.665 Euro. Gepflegte Exemplare im Zustand 2 notieren aktuell bei ca. 14.000 – 19.000 €.

 

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