Chinas große Marken-Wanderung

Chinas Automarkt ist gigantisch: Seit dem Jahr 2000 hat sich die Zahl der jährlich verkauften Automobile um mehr als den Faktor 10 gesteigert. 20 Millionen Autos verkauft die Hersteller im letzten Jahr. Das große Wachstum der vergangenen Jahre beginnt sich nun etwas zu normalisieren. Das stellt die Autohersteller vor eine neue Herausforderung: Statt ihre Produkte primär an Erstkunden zu richten, müssen sie nun die bestehenden Kunden zum Neukauf überreden.

Keine leichte Aufgabe. Denn die meisten chinesischen Autokäufer sind mit ihrem bisherigen Auto alles andere als zufrieden.

Laut einer neuen Studie der Boston Consulting Group haben es Chinas heimische Automarken besonders schwer, bestehende Kunden zum erneuten Kauf zu überreden. Nur 17 Prozent aller Autofahrer, die derzeit ein chinesisches Modell fahren, bleiben der Marke treu.

Der mit Abstand größte Gewinner der Kundenmigration wird aller Voraussicht nach Volkswagen sein: Mehr als ein Drittel aller Besitzer eines Autos einer chinesischen Marke will als nächstes VW fahren.

Dabei sind die in China erhältlichen VW-Modelle nicht mit den europäischen identisch: Sie werden in einem Joint Venture von Shanghai Volkswagen und FAW Volkswagen eigens für den chinesischen Markt entwickelt und in China hergestellt.

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Als Hauptgründe für einen bevorstehenden Wechsel weg von einem chinesischen Hersteller geben Chinas Autobesitzer die üblichen Klischee-Argumente an: Mangelnde Qualität, schlechte Motorleistung, kein Prestige, technologische Rückständigkeit. Vor allem deutsche Marken werden von den Kunden weitaus innovativer und moderner wahrgenommen. Den einzigen Trumpf bieten chinesische Hersteller beim Preis: Sie sind im Schnitt um 10-25 Prozent billiger, als vergleichbare Modelle ausländischer Marken.

Deutschland ist Premium-Gewinner

Ähnlich verhält es sich auch beim sogenannten Upgrade-Markt. Autofahrer, die derzeit noch in einem Volumsmodell der Mittelklasse sitzen, beim nächsten Autokauf aber ins Premium-Segment aufsteigen möchten, haben eigentlich nur drei Marken im Visier: Audi, Mercedes und BMW stehen hier unangefochten an der Spitze.

Nur Porsche und Land Rover haben hier ebenfalls ihre Nischen bereits gut besetzt.

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Noch ist das Rennen um den Chinesischen Automarkt nicht entschieden, die deutschen Hersteller haben allerdings schon jetzt einen gewaltigen Vorsprung.

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