All American Russian

Russland ist für den weltweiten Automobilmarkt heute so gut wie irrelevant. Der heimische Markt ist eingebrochen, und Exportmodelle sind (noch) großteils Ladenhüter außerhalb der ehemaligen Sowjet-Staaten. Dabei gab es schon in den 50er Jahren Bestrebungen, die UdSSR zur automobilen Weltmacht zu machen.

Schaffen wollte man das zunächst mit dem GAZ M21 “Volga”. Im November 1953 begann man mit den ersten Zeichnungen. Die Mission war klar: Der “Volga” sollte der Welt zeigen, dass Russland Autos bauen konnte, die denen der Amerikaner ebenbürtig sind. Allerdings war selbst den Konstrukteuren eines klar: Die Sowjetunion lag technologisch und infrastrukturell nicht einmal ansatzweise auf Augenhöhe mit den USA.

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Nach nicht einmal drei Jahren Entwicklungszeit war der “Volga” fertig: Amerikanisches Design mit europäischen Dimensionen. Er war das größte Auto, das sich in der SSSR prinzipiell jeder kaufen konnte. Zumindest jeder, der die 5400 Rubel aufbringen konnte – was im Endeffekt so gut wie niemand war.

Der M21 verkaufte sich über seine Produktionszeit von 1955 bis 1970 dennoch erstaunlich gut: 639,478 Exemplare wurden gebaut – die meisten davon waren Taxis. Ein kleiner aber wichtiger Kunde war der KGB. Der bekam mit dem M23 eine aufgerüstete Variante mit leistungsstarker V8-Motorisierung – und schwarzer Lackierung. Damit brauchte er schlussendlich nicht mehr 23 Sekunden für den Sprint auf 100, sondern nur noch 13.

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1970 war nach zwei kleineren Modelliterationen Schluss mit dem “Volga”. Der Verkaufserfolg bliebt aus, übersee kaufte praktisch niemand den M21 und auch in Europa konnte sich die Sowjet-Limousine nicht gegen die übermächtige Konkurrenz behaupten.

Heute sind Volgas gefragte Sammlerstücke, vor allem in Europa und den USA. Als Oldtimer gelingt dem M21 damit das, was ihm als Neuwagen nie geglückt war.

Fotocredit: Wasile Grabar


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