Der wirklich erste Skoda-SUV wird 50

Jetzt hat Skoda mit dem Kodiaq also auch einen echten SUV im Programm. Der erste ist es aber nicht: Als SUVs noch Geländewagen genannt wurden und auch tatsächlich abseits befestigter Wege bewegt wurden, hatte der tschech(oslowak)ische Hersteller sowas auch schon mal ohne Hilfe von VW zusammengebracht.

Mit dem Kodiaq hat VWs tschechische Tochter Skoda einen brandneuen SUV im Programm. Den führt man gerne als “ersten SUV von Skoda” an. Ein Titel der allerdings einem anderen Modell aus Skodas Modellhistorie gebührt: dem Trekka. Den kennt man bei uns allerdings nicht wirklich. Na dann wollen wir mal ein wenig unsere Kenntnisse der Automobilgeschichte auffrischen.

Was aussieht, wie ein Land Rover im Miniaturformat, wurde genau vor 50 Jahren auf den Markt gebracht. Gebaut hat man den Trekka jedoch nicht hinter dem eisernen Vorhang, sondern in Neuseeland. Dort wurde er auch entwickelt.

Kiwi-Skoda

Skoda hatte schon früh Beziehungen zu Neuseelang gepflegt. Vor über 100 Jahren wurden die Fahrzeuge von Laurin & Klement bereits in die ferne Pazifikinsel exportiert. Intensiviert wurden die Exporte 1956, als das neuseeländische Unternehmen Motor Industfies International anfing, Skoda-Fahrzeuge als “Completely Knocked Down”-Kits (CKD-Kits) zu importieren. Dabei handelte es sich um Autos, die in Einzelteilen, also noch nicht fertig hergestellt, importiert wurden.

Der Grund für den Bausatz-Import: Steuern und Zölle – bzw. der Wunsch diese zu umgehen.

Skoda fehlte allerdings eine Fahrzeugklasse, die in den teils doch recht unwegsamen Regionen fast schon eine zwingende Notwendigkeit war: Ein passabler Geländewagen.

Einen solchen entwickelten mehrere Dutzend neuseeländischer Unternehmen in einem Joint-Venture. Skoda entsandte lediglich einige Repräsentanten, die die Entwicklung unterstützen sollten. Ziel der Entwicklung war ein robustes, kompaktes Auto für die Landwirtschaft und den Handel.

Die ersten Prototypen entstanden 1965 und 1966. Das Chassis war eng an das des damaligen Skoda Octavia angelehnt, das direkt aus der Tschechoslowakei importiert wurde. Daher war die resultierende Bodenfreiheit nicht gerade berauschend: 19 Zentimeter – die man primär den großen Reifen des Trekka zu verdanken hatte.

Angetrieben wurde der Trekka durch einen 1.2-Liter-Vierzylinder mit 47 PS lediglich über die Hinterräder. Eine Allradversion gab es nicht. Zur Wahl standen mehrere Aufbauvarianten: Ein dreitüriger Pickup mit zwei bis acht Sitzen, Soft-Top- und Hard-Top-Versionen, ein Kombi und ein “Strandbuggy”. Mit 359 Zentimeter Länge und 160 Zentimeter Breite war der Trekka klein, aber nicht winzig (zum Vergleich: der Suzuki Samurai war 30 Zentimeter schmäler).

Von 1966 bis 1972 wurden fast 3.000 Stück des Trekka gebaut und gilt als das erste in Neuseeland entwickelte und gebaute Automobil.







Tags assigned to this article:
GeländewagenJubiläumKodiaqSkodaSUVTrekka

Related Articles

Ist Nikola One der LKW für Millennials?

Touchscreens, Panoramaaussicht, Elektroantrieb und Wohnkomfort: All das bietet E-LKW-Start-up Nikola Motors bei seinem Debut-LKW “One”. Er soll nicht nur die Öko-Wende bei Lastwagen einläuten, sondern auch Frauen und Millennials den Fernfahrer-Beruf schmackhaft machen.

Sechs Dokumentarfilme, die jeder Motorsport-Fan sehen sollte

Wir stellen sechs Dokumentarfilme vor, die bei jedem Motorsport-Fan in der Filmsammlung stehen sollten.

Die 10 besten Beifahrer-Videos
Platz 5: Rallyfahrer + Co-Pilot

  Wir nehmen nicht an, dass diesem Beifahrer eine allzu große Karriere als Rally-Co-Pilot bevorsteht… Weiter zu Platz 4  

No comments

Write a comment
No Comments Yet! You can be first to comment this post!

Write a Comment

Your e-mail address will not be published.
Required fields are marked*